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Abzug
Arbeitsergebnis der Herstellung eines positiven fotografischen Bildes auf
lichtempfindlichem Fotopapier, das durch Kontaktkopieren [1:1] oder Vergrößern
vom Negativ gewonnen wird. Sowohl der vom Fotografen selbst, als auch der von
einem Laboranten in Hand- oder Maschinenarbeit im Auftrag des Fotografen
gefertigte Abzug gilt als
Original. Englisch:
Print
Albuminpapier
Häufigstes
Fotopapier in der Zeit von 1850 bis 1920. Albumin [Hühnereiweiß] diente
als Träger für Silbernitrat. Die verwendeten Papiere sind in der Regel extrem
dünn, weshalb sie zumeist auf Karton aufgezogen wurden. Albuminpapier ist sehr
widerstandsfähig; seine Schicht ist glatt, ab 1863 auch in Matt vorhanden. Der
Bildton ist gelblich bis rötlich-braun. Bei gutem Erhaltungszustand sind
erstaunlich reine Bildweißen und kräftige Schatten mit guter Durchzeichnung
bis in die hellen Mitteltöne gegeben. Restaurierte Albuminpapiere sind oft am
stark purpurnen Bildton erkennbar.
Barytpapier
Sammelbegriff für das klassische Fotopapier
der Schwarzweiß-Fotografie auf Silberhalogenidbasis. Es wurde bereits 1867
erfunden, kam aber erst ab 1884 in nennenswertem Umfang zum Einsatz [andere
Fachnamen: Aristo-, Gaslicht-, Bromsilber-, Chlorbromsilber-Papier usw.]. Auf
dem Rohkarton ist eine dünne Schicht aus Baryt [= Bariumsulfat] aufgetragen,
die das Einsinken der Emulsion verhindert. Hierdurch steigert sich die Tiefe der
Bildschwärze; Licht- und Schattenpartien werden sehr differenziert
wiedergegeben. Der Oberflächencharakter kann sämtliche Varianten von glänzend
bis tiefmatt annehmen. Das Barytpapier war zwischen 1970 und 1990 zunehmend der
Gefahr aussetzt, nicht mehr produziert zu werden, da es vom
PE-Papier verdrängt wurde. Seit 1990 ist wieder eine stabile Versorgung
sichergestellt.
Beschreibung einer Fotografie [Empfehlung]
- Name des Fotografen, ggf. mit Geburts- bzw. Lebensdaten,
- Titel und Jahr der Entstehung der Fofografie und / oder des Abzugs,
- Art des Abzugs [Vintage?, Reprint? ...] und fotografische Technik,
- Format: erst Motiv-, dann Blattgröße [Höhe vor Breite],
- Angaben zur Beschriftung [womit? Blei-oder Filzstift, Kugelschreiber etc.;
wo?]:Signatur, Datierung, Numerierung, Stempelung etc.,
- Preis,
- ggf. Provenienz, Literatur sowie Angabe, wo das Foto erstmals
erschienen ist [Name des Printmediums].
Bildverarbeitung
Hiermit sind alle Verarbeitungsschritte nach der Bildentstehung gemeint:
Retusche, Gradations- und Farbveränderung, Verzerren, Aufrastern, Einmontieren,
Nachschärfen etc. Durch die digitale Bildverarbeitung ist neuerdings eine erhebliche technische Vereinfachung
dieser altbekannten Vorgänge ermöglicht worden.
Bromöldruck
Eines der wichtigsten historischen Edeldruckverfahren [ca. 1907 bis 1940]. Die
Bildvergrößerung erfolgt auf Bromsilbergelatinepapier mit ungehärteter
Emulsion. Nach der Entwicklung erfolgt eine Bleichung, bei der sich die Emulsion
verfestigt. Nach einer Zwischenfixierung und anschließender Trocknung wird das
Papier erneut eingeweicht. Dabei quillt die Gelatine in den Lichtzonen des
Bildmotivs auf, die Schatten bleiben trocken und somit für Ölfarbe, die mit
einer Walze oder mit dem Pinsel aufgetragen wird, aufnahmefähig.
Bromölumdruck
Ausgangspunkt ist ein
Bromöldruck, der ähnlich wie ein Kupferdruck behandelt wird. Der Umdruck
weist in der Regel den typischen Prägerand [Pressrand] wie beim Kupferstich
oder bei der Radierung auf. Da der Bromölumdruck weder Bildsilber noch Gelatine
enthält, gehört er zu den haltbarsten, lichtbeständigsten Fotografien.
Bromsilberdruck
Maschinelles Kopierverfahren auf
Barytpapier, das bevorzugt für die Postkartenherstellung ab 1900 angewandt
wurde.
C-Print
Englischer Begriff für Coupler-Print, der alle Farbpapiere auf
Silberhalogenid/Farbkuppler-Basis umfaßt. Nach dem Verarbeitungsprozeß bleiben
nur die sich in der Schicht gebildeten, "gekuppelten" Farbstoffe übrig.
Das Bildsilber ist chemisch entfernt. Die Haltbarkeit der Farbstoffe wird von
den Herstellern ständig verbessert. Der Begriff C-Print wird oft - auch
absichtlich - mit dem erheblich haltbareren
Cibachrome verwechselt. Vor 1972/73 wurden C-Prints auf
Barytpapier hergestellt, danach auf
PE-Papier. 
Chronofotografie
Bildserie bzw. Aufnahmeverfahren, mit der die einzelnen Phasen eines
Bewegungsablaufs festgehalten werden. Siehe auch
Fotosequenz.
Cibachrome
Farbfotografie: Im Gegensatz zu den allgemein üblichen chromogenen Verfahren,
bei denen die Farbstoffe erst beim Entwickeln entstehen, befinden sich die
Farben bei Cibachrome-Fotos von Anfang an in der Emulsion. Im Entwicklungsprozeß
wird das Silber vollständig aus der Schicht entfernt, nur das positive Farbbild
bleibt zurück. Cibachrome-Fotografien zeichnen sich durch eine hohe Bildschärfe
aus und sind sehr haltbar ["archivfest"]. Seit Anfang 1990 wird
Cibachrome unter dem Namen Ilfochrome vertrieben.
Computeranimation
Bewegliche Bilder und Abläufe im Computer mittels
computergenerierter Fotografie. Je nach geleistetem Aufwand ist eine
vollkommen realistische Wiedergabe möglich.
Computergenerierte Fotografie
Im Computer digital erzeugte Bilder, die je nach Aufwand vollkommen
fotorealistisch sein können. Mittels entsprechender Programme können Objekte
und Räume in allen Details mit Oberflächen, Materialstrukturen, Farben,
Ausleuchtungen, Schatten und weiteren Umhüllungsparametern etc. ausgestattet
werden. Praxisbezogene Anwendung findet die computergenerierte Fotografie
beispielsweise in der Architektur.
Daguerreotypie
Bildträger dieser ersten, praktisch bedeutenden Fototechnik [ab 1839 bis 1850,
in den USA bis 1890] ist eine versilberte Kupferplatte. Durch Jod- und Bromdämpfe
sensibilisiert, wurde die Kupferplatte nach der Belichtung Quecksilberdämpfen
ausgesetzt. Direkt nach dem Fixieren hat man die extrem wischempfindliche
Schicht, die aus winzigen Quecksilberkügelchen besteht, zum Schutz vor Beschädigung
unter Glas versiegelt. Bei einer Daguerreotypie handelt es sich prinzipiell um
ein Unikat; die Bildwiedergabe ist in der Regel seitenverkehrt. Je nach
Blickwinkel des Betrachters erscheint das Bild als Positiv oder als Negativ.
Vorsicht: Oftmals ist das Abdeckglas von innen mit Belag versehen, die
Dagerreotypie ist jedoch noch in Ordnung. Bei unsachgemäßer Öffnung können
schwere Schäden entstehen, die erst viel später feststellbar sind. Das
Reinigen des Deckglases sollte also unbedingt dem Fachmann überlassen werden.
Dia-sec
Aufwendige und kostspielige Präsentationsform einer Fotoarbeit: eine Fotografie
wird mit einem Silikon-Klebstoff unter eine bzw. zwischen zwei Acrylglasscheiben
kaschiert.
Digitale Bildverarbeitung
Bei jeder zeitgenössischen Bildbearbeitung durch Computer durchläuft das Bild
diverse automatische Optimierungsprozesse. Die Möglichkeiten dieser
Verarbeitung bringen es mit sich, daß ein Bild intensiver, schärfer und
detailreicher erscheint, als es die "bloße" Wahrnehmung der
Wirklichkeit erlaubt. Dies ist bei modernem Bildmaterial - vor allem
hinsichtlich seiner Verwertung, etwa in der Werbung - sinnvoll. Bei historischem
Bildmaterial sollte die digitale Bildoptimierung jedoch nicht angewandt werden.
Digitale Druckverfahren
Sammelbegriff für alle zeitgenössischen, sich im steten Wandel befindlichen
Technologien für Bildausdrucke. Sie ermöglichen es, beliebige
Farbstoffe/Pigmente auf die unterschiedlichsten Papiere und sonstige Trägermaterialien
aufzubringen. Die Qualität der hochwertigen,digitalen Druckverfahren steht den
herkömmlichen Fotopapierverfahren insbesondere bei größerformatigen Abzügen
nicht nach. Allerdings muß sich die prognostizierte Haltbarkeit der durch
digitale Druckverfahren entstandenen Bilder in den nächsten Jahren erst noch
erweisen. Siehe auch:
Giclée-Druck.
Digitalprint
Zur Zeit ein Oberbegriff für einen Teil oder die Gesamtkette
digitaler Bildverarbeitung. Folgende Varianten sind möglich: 1. Ein herkömmliches
Dia oder Negativ wird gescannt, darauf erfolgt die digitale Bildverarbeitung,
sodann wird auf
C-Print [Farbnegativpapier] oder
Cibachrome ausbelichtet und wie üblich entwickelt. Dies ist auch in
schwarz/weiss auf Baryt-
bzw. PE-Papier
möglich. 2. Der Ausdruck erfolgt mit Tintenstrahl- oder ähnlichen Druckern,
sei es in Farbe oder monochrom. 3. Auch die Aufnahme geschah mittles digitaler
Kamera - der Ausdruck erfolgt sodann wie 1. oder 2.
Dye-Transfer [engl. Farbstoff-Übertragung]
Handelsname für ein 1947 von Kodak entwickeltes Umdruckverfahren für qualitätiv
hochwertigste Farbabzüge von hoher Haltbarkeit ["Archivbeständigkeit"],
das bis in die 80er Jahre in Gebrauch war, vorzugsweise in großen Werbestudios.
Die Farbauszüge nach Farbaufnahmen werden gerbend entwickelt, zu Reliefs
ausgewaschen und übertragen dann Farbstoffe aus drei separaten Bädern [gelb,
rot und blau] auf ein Gelatinepapier. Auf ähnliche Weise entstanden seit den
20er Jahren diverse andere 3-Farben-Kamera-Farbprozesse [Vivex, Duxochromie,
Carbro etc.], die sich durch erstaunliche Farbtreue auszeichneten. Auch gegenwärtig
werden 3-Farbdrucke wie Fresson- bzw. Carbro-Drucke von engagierten, kleineren
Labors noch angewandt. Erkennbar sind diese Abzüge gelegentlich an den
schwachen Farbsäumen, die durch ungenügende Farbpassung der drei nacheinander
folgenden Farbdrucke entstehen.
Edeldruckverfahren
Sammelbegriff für Positivverfahren, bei denen sich beliebige Eingriffe
hinsichtlich der Farbe des Bildes, der Kornstruktur, der Schärfe und der
Tonabstufung durchführen lassen. Edeldruckverfahren sind historische, sehr
lichtbeständige Vervielfältigungstechniken, die zwischen 1880 und 1920
angewandt wurden und neuerdings wieder zum Einsatz kommen. Man erkennt sie vor
allem an der Weichheit der Konturen und der atmosphärischen Dichte der
dargestellten Motive. Zu den bekanntesten Edeldruckverfahren gehören der
Bromöl-,
Gummi-, Kohle-, Leim-, Licht-, Öl-, Pigment- und der Woodbury-Druck. All diese
sind auch als 3-Farbendrucke möglich gewesen.
Platin- und Palladiumdrucke zählen fachlich nicht zu den Edeldrucken.
Edition [Foto-Edition]
Von "Editionen" - also von einer Auflage mit einer von vornherein
festgelegten Anzahl an Exemplaren - ist im Bereich der Fotografie erst seit den
70er Jahren die Rede. Die einzelnen Exemplare einer Edition sind meist datiert,
numeriert und signiert. Vordem haben Fotografen je nach Bedarf Abzüge von ihren
Negativen hergestellt. Sofern die einzelnen Abzüge hier nicht numeriert wurden,
ist es bei älteren Fotografien mitunter schwierig, sich Gewißheit über die
genaue Anzahl der noch zu Lebzeiten des Künstlers von diesem selbst oder in
seinem Auftrag gefertigten Abzüge zu verschaffen.
Experimentelle Fotografie
Sammelbegriff für jenen Bereich der Fotografie, in dem außerhalb der bloßen
Abbildung eines Gegenstandes in den Entstehungsprozeß des Bildes mit
spezifischen Aufnahme-, Belichtungs- und Labortechniken eingegriffen wird
[Beispiele: Chemigramm,Fotogramm
[auch nach dem Namen der Künstler "Schadographie" oder
"Rayogramm" genannt], Gelatinesilbermalerei, Generative
Fotografie, Solarisation etc.].
Farbfotografie
Bei den ersten Farbfotografien handelte es sich um colorierte Schwarzweiß-Fotos.
Grundlage für die Entwicklung der Farbfotografie war das Wissen über die
Umsetzung der Gesetze der Farbmischung sowie die Entdeckung einer farbsensiblen
Emulsion. Ab 1907 konnten im sogenannten Autochrom-Kornrasterverfahren von Lumière
Farbdias erzeugt werden. Die weltweite Verbreitung fand jedoch erst ab 1936 mit
der Entwicklung der Farbumkehrfilme statt. 1937 wurde die erste Farbreportage in
einer Zeitung gedruckt. Farbige Sofortbilder gibt es seit 1962. Siehe auch Dye-Transfer
und Cibachrome.
Fine Print
Englischer Ausdruck für einen hochwertigen Abzug;
Sammelbegriff für Fotografien auf Barytpapier,
Edeldruckverfahren oder Platin-
bzw. Palladiumverfahren. Fine Prints zeichnen sich durch einen hohen
Grauwertreichtum und Lichtbeständigkeit ["Archivfestigkeit"] aus.
Fotogramm
Fotografische Bildherstellung ohne Kamera: Es werden Gegenstände direkt auf
lichtempfindliches Fotopapier [oder andere Bildträger] oder aber in mehreren
schattenbildenden Ebenen gelegt [oder darübergehängt] und sodann belichtet.
Nur der auf dem lichtempfindlichen Material direkt aufliegende Gegenstand
erscheint im Maßstab 1 : 1 als reinweißer "Schattenriß" - wenn er
nicht während des Belichtungsvorgangs weggenommen wurde. Nur wenn das Fotogramm
auf Filmmaterial hergestellt wurde [Glasnegativ], waren Abzüge
möglich. Vor allem bildende Künstler haben sich immer wieder der kameralosen
Bildherstellung zugewandt. Bei Fotogrammen handelt es sich fast immer um
Unikate. Siehe auch Experimentelle
Fotografie.
Fotoleinwand
Lichtempfindliches Fotopapier
auf Leinwandbasis [mitunter auch auf Seide oder anderen Stoffen]. Seit 1900 bis
heute in industrieller Produktion. Schwach entwickelte Fotoleinwand diente
oftmals als Vorlage für Gemälde [dokumentiert seit 1869].
Fotopapier
Als Rohpapier-Grundlage verwendet man ein weitgehend naßfestes,
dimensionstabiles, chemisch neutrales Zellstoffpapier für den Auftrag der
lichtempfindlichen Silberhalogenidemulsion. Siehe auch Barytpapier,
PE-Papier.
UV-Aufheller fanden erst ab 1950 Einzug in das Fotopapier. In letzter Zeit wird
der Begriff Fotopapier selbst von der fotochemischen Industrie fälschlicherweise
für eine Art gestrichenes Papier [Kunstdruckpapier] für digitale Drucker
[Tintenstrahl o.ä.] benutzt - was vielfach zu Mißverständnissen führt.
Fotosequenz
Zusammengehörende Serie von Einzelaufnahmen einer sich ändernden
Situation, die vom Betrachter sowohl einzeln als auch in ihrer Gesamtheit
wahrgenommen werden können. Die künstlerische Fotosequenz ist seit den 60er
Jahren bekannt. Siehe auch Chronofotografie.
Frühe Fotografien
Alte Fototechniken, die nur gelegentlich von Bedeutung sind: Kalotypie [auf
Salzpapier], Ambrotypie [auf Glas], Ferrotypie [auf Blech], Pannotypie [auf
Wachsleinen], Porzellanfotos, Xylographie [auf Holz]. Neuerdings gibt es wieder
Ansätze, diese und ähnliche Verfahren anzuwenden. Wichtigstes Hilfsmittel ist
eine flüssige, lichtempfindliche Emulsion, die sich auf fast allen Trägern
[auch plastischen] aufbringen und verarbeiten läßt.
Gelatine
Unverzichtbares Trägermaterial für alle Silberhalogenidtechniken in Schwarzweiß
und in Farbe; Grundlage der diversen Edeldruckverfahren.
Gelatine ist ein leimartiges Bindemittel, das aus tierischer Haut und Knochen
gewonnen wird. Als Hauptbestandteil der Emulsion und als Trägermaterial für
die lichtempfindlichen Silberkristalle sind die physikalischen Eigenschaften der
Gelatine entscheidend für die Qualität der fotografischen Schicht.
Generative Fotografie
Im Gegensatz zur "naturalistischen" Darstellungsfunktion der
Fotografie kommen hier die immanenten, eigenschöpferischen Möglichkeiten des
Mediums zur Geltung. Thema der Generativen Fotografie ist die Bildgebung durch
optische Geräte und durch die chemischen Verfahren selbst. Siehe auch Experimentelle
Fotografie, Fotogramm.
Giclée
Hierbei handelt es sich um ein Printing-on-demand-Verfahren, das erst in den
letzten Jahren entwickelt wurde und mit dem sowohl Fotografien als auch
anderweitige Bildvorlagen vervielfältigt bzw. reproduziert werden können. Die
Qualität des Giclée-Drucks hängt im wesentlichen von der Qualität der
eingescannten Bildvorlage oder - bestenfalls - des Reproduktionsdias ab. Der
Giclée-Druck erfordert eine sehr hohe Aufösung des digitalisierten Bildes,
weswegen das Einscannen nur im Giclée-Studio vorgenommen werden kann. Das
Verfahren, das sich durch extreme Detailgenauigkeit sowie durch einen hohen
Nuancenreichtum und Sättigungsgrad der Farbe auszeichnet, hat sich insbesondere
für Bilder, die mit der Digitalkamera aufgenommen wurden, bewährt. Mittels
eines rasterlosen Iris-Druckers lassen sich auf unterschiedlichsten Papierqualitäten
sowie auf Leinwänden Giclées bis zu einem Format von 89 x 119 cm in beliebiger
Anzahl ausdrucken.
Heliogravüre
Auch: Photogravüre. 1879 erfundene Technik, die einen Handpressen-Tiefdruck von
fotomechanisch geätzten Kupferplatten ermöglichte und der Herstellung von
Kunstdrucken [Reproduktionen von Kunstwerken] und Abbildungen in der
Kunstliteratur diente und auch heutzutage wieder verstärkt als
Mehrfarbentechnik Anwendung findet.
Inszenierte Fotografie
Stilrichtung der künstlerischen Fotografie, bei der keine dokumentierende
Objektivität angestrebt ist, sondern das Motiv bewußt arrangiert wird. Die
"Motivinszenierung" existiert nur bis zum Vollzug der Aufnahme.
Kollodiumverfahren
Vorherrschendes Aufnahmeverfahren mit einer Plattenkamera ab 1850 bis 1890. Die
Glasplatte mit einer Kollodiumschicht wurde mittels Silbernitratlösung
unmittelbar vor der Aufnahme lichtsensibilisiert. Noch im feuchten Zustand der
Schicht hatte sowohl die Belichtung als auch die Entwicklung zu erfolgen. Dieses
sehr aufwendige Verfahren erforderte - z.B. bei Landsschafts- oder
Reiseaufnahmen - die Mitnahme eines kompletten Fotolabors. 1865 wurde das
trockene Kollodiumverfahren eingeführt, wodurch sich die Arbeit der
Reisefotografen erheblich erleichterte. Kennzeichen einer Kollodiumaufnahme sind
die sehr hohe Auflösung und Detailtreue. Der Abzug
erfolgte in der Regel auf Albuminpapier.
Mehrwertsteuer
Ungeachtet der Tatsache, daß bildende Künstler zunehmend im Medium der
Fotografie arbeiten, daß selbst ursprünglich zu dokumentarischen Zwecken
hergestellte Aufnahmen bedeutender Fotografen von der Fachwelt als künstlerisch
hochwertige Objekte geschätzt werden und trotz des Umstandes, daß
Foto-Ausstellungen auch in Museen heute keine Seltenheit mehr sind, genießen künstlerische
Fotografien im deutschen Steuerrecht nicht das sogenannte
Mehrwertsteuer-Privileg, das für den Verkauf von Kunstwerken allgemein gilt.
Das heißt, daß ein gewerblicher Verkäufer den jeweils geltenden vollen
Mehrwertsteuersatz [derzeit 16%] auf den Netto-Verkaufspreis einer Fotografie
aufschlagen muß. Grundlage der mehrwertsteuerlichen Bewertung von Kunstwerken
ist der sogenannte "Gemeinsame Zolltarif", dessen Einschätzung
mehrwertsteuerreduzierter Kunstwerke davon ausgeht, ob diese "vollständig
mit der Hand geschaffen" sind. Dieses antiquierte Kriterium hinkt der künstlerischen
Produktivität weit hinterher und ignoriert, daß sich bildende Künstler
selbstverständlich auch nichtmanueller Techniken bedienen. Im Jahre 1995 hat
das Bundesverfassungsgericht eine entsprechende Beschwerde einer renommierten
Foto-Galerie noch nicht einmal zur Verhandlung angenommen und damit die
Mehrwertbesteuerung zum vollen Satz vorerst zementiert. Die Kunsthandelsverbände
bemühen sich gleichwohl, diese Fehleinschätzung auf politischer Ebene zu
korrigieren.
Modern Print
Dieser Begriff hat sich für Abzüge eingebürgert, die noch zu Lebzeiten des
Urhebers von diesem selbst oder in seinem Auftrag nach Originalnegativen
entstanden sind - jedoch erst nach den Erstabzügen, also nach dem oder den
Vintage Prints. Zwischen der Entstehung der Aufnahme [also dem Negativ] und dem
Abzug [Modern Print] kann eine erhebliche Zeitspanne liegen; es kann sich um ein
oder um mehrere Exemplare handeln. Es ist durchaus möglich, daß sich ein
Modern Print von den Erstabzügen [Vintage Prints] hinsichtlich Format, Papier
und Technik unterscheidet. Siehe auch Späterer
Abzug.
Original
Rein technisch gesehen ist jede Fotografie, die von einem Negativ auf Fotopapier
abgezogen wird - ob in Handarbeit oder maschinell - ein Originalfoto. Im
strengen Sinne bzw. im Sinne des Urhebers ist ein Original jedoch ein Abzug, der
vom Fotografen selbst oder einem von ihm angewiesenen Laboranten hergestellt
wurde. Aufgrund der technischen Möglichkeiten der Vervielfältigung muß es
sich beim fotografischen Original nicht um ein Unikat handeln. Spätestens seit
den 70er Jahren versehen viele Foto-Künstler ihre Fotografien - ähnlich wie in
der Druckgraphik - mit Angaben zu Exemplarnummer und Auflagenhöhe. Jedes
Exemplar einer vom Urheber verbindlich festgelegten Anzahl an Abzügen [ Edition]
ist ein Original. Bezüglich der Auflagenhöhe einer Foto-Edition gibt es in
Deutschland keine Vorschrift. Im Bereich der älteren Fotografie hat sich im
Kunsthandel und im musealen Bereich unterdessen der Begriff des Vintage
Prints quasi als Synonym für ein fotografisches Original eingebürgert. Auch
Begriffe wie "Modern
Print" oder "Späterer
Abzug" weisen auf den originalen Charakter einer Fotografie, die - und
dies ist entscheidend - vom Originalnegativ noch zu Lebzeiten des Künstlers von
diesem selbst oder in seinem Auftrag vergrößert wurde. Jedoch ist der
zeitliche Abstand zwischen der Entstehung der Aufnahme [des Negativs] und des
Abzugs hier relativ groß. Über die Dauer dieses Abstands gibt es
unterschiedliche Auffassungen. Da Modern Prints oder "Spätere Abzüge"
erst nach den Vintage Prints angefertigt wurden, genießen sie nicht den hohen
Status bzw. den Sammler-Wert, der letzteren zukommt. Indikatoren für die
Bestimmung einer Fotografie als Original sind Signatur, Titel, Datierung,
Numerierung und Provenienz und gegebenenfalls auch Labor-, Nachlaß- oder
Copyrightstempel sowie Archivnummern, die zumeist rückseitig aufgebracht sind.
PE-Papier
Englisch auch RC [Resin-Coated] oder auch Resin Protected Papers. Moderner
Nachkomme des Fotopapiers
bzw. Barytpapiers.
Es ist beidseitig mit einer dünnen Polyethylenfolie beschichtet, die
verhindert, daß beim Entwicklungsprozeß Chemikalien und Wasser in das
Rohpapier eindringen. Dadurch sind die Wässerungs- und Trockenzeiten drastisch
verkürzt worden. Die ersten PE-Papiere hatten noch eine separate Barytschicht
und waren ebenso langzeitstabil wie die Barytpapiere.
Als man nach wenigen Jahren die separate Barytschicht durch Titandioxyd nebst
Weisstönern im Rohpapier ersetzte, traten schwerwiegende Haltbarkeitsprobleme
auf. Durch starken Lichteinfall entstand in der Gelatineschicht Ozon, welches
Versprödungen unterhalb der Emulsionsschicht verursachte. Mittels
Anti-Oxydantien konnte dieses Problem jedoch behoben werden. Oxydiertes,
diffusionsfähiges Silber kann bei PE-Papier an die Bildoberfläche wandern und
dort Verfärbungen oder Silberspiegel hervorrufen. Bei Barytpapier wird dies von
der Barytschicht unter der Emulsion aufgefangen und ist somit nicht sichtbar.
PE-Papier ist erst seit 1971 auf dem Markt; es ist also Vorsicht geboten, wenn
fotografische Originale,
die vermeintlich vor 1970 abgezogen worden sein sollen, aus PE-Papier bestehen!
Platindruck
1879 eingeführtes Verfahren, bei dem direkt auf ein entsprechend
lichtsensibilisiertes Papier umkopiert wurde. Im Gegensatz zu den anderen
historischen Edeldruckverfahren befindet sich das Bild direkt in dem Papier und
nicht in einer aufgetragenen Emulsionsschicht. Platindrucke zeichnen sich durch
eine sehr hohe Haltbarkeit und differenzierte Grauwertabstufung aus [auch:
Palladiumdruck].
Polaroid
Das Sofortbild in Schwarzweiß kam 1947 auf den Markt. Unmittelbar nach der
Belichtung entsteht ein fertiges Abbild mittels Silbersalzdiffusion. Die
Bildinformation diffundiert in ein Übertragpapier, das sich innerhalb von 60
Sekunden selbsttätig zum fertigen Bild ausentwickelt. Seit 1963 gibt es auch
farbige Polaroid-Fotos; 1972 kam das Einblatt-Verfahren SX-70 auf den Markt. Im
Fotostudio können auch Übergroß-Aufnahmeformate von 50 x 60cm hergestellt
werden. Bei einer Polaroid-Aufnahme handelt es sich prinzipiell um ein Unikat.
Pressefotografie
In jüngster Zeit hat sich hinsichtlich der Pressefotografie ein spezifisches
urheberrechtliches Problem ergeben. Fotografien von Bildjournalisten werden nach
dem Abdruck in einem Printmedium als Druckvorlage im jeweiligen Verlag
archiviert. Mitunter werden derartige Archive komplett oder zu Teilen verkauft.
Entschließt sich der Eigner sodann, einzelne Objekte über den Kunsthandel
weiterzuveräußern, stellt sich die Frage nach der Rechtmäßigkeit solcher
Verkäufe. Denn die Überlassung eines Archivexemplars des Urhebers an den ursprünglichen,
nutzungsberechtigten Auftraggeber hat zunächst den Status einer [unbefristeten]
Leihgabe. Ob damit de jure zugleich ein Verkaufs- oder nachträgliches
Verbreitungsrecht eingeräumt wurde, ist derzeit ungeklärt. Im Falle eines
Verkaufs sollte also die Einwilligung des Urhebers eingeholt werden.
Pressefotografien haben gegenüber dem sorgfältig erarbeiteten Original
häufig den Nachteil, daß die Verarbeitung schnell und nicht unter Berücksichtigung
der Haltbarkeit des Bildes durchgeführt wurde. Als Bildvorlage benutzte
Pressfotos weisen zudem mitunter erhebliche Gebrauchsspuren auf oder sind rückseitig
mit Vermerken von Dritten [Druckern, Redakteuren etc.] versehen.
Print
Englisch für Abzug.
Reprint
Bei einem Reprint handelt es sich um einen Abzug von einem Originalnegativ ohne
Beteiligung des Fotografen; mitunter sind mit Reprints auch posthume Abzüge
gemeint. Das Fehlen einer verbindlichen Nomenklatur im Bereich der künstlerischen
Fotografie macht sich insbesondere beim Begriff des Reprints bemerkbar, denn
mitunter wird er auch im Sinne des Modern
Prints verwandt - also als ein noch zu Lebzeiten und unter Beteiligung des
Urhebers geraume Zeit nach der Entstehung des Negativs gefertigter Abzug.
Reproduktion
Im Gegensatz zum fotografischen Original [Vintage und Modern Print, Reprint] ist
eine Reproduktion nicht vom Originalnegativ abgezogen, sondern von einem
Negativ, das durch Abfotografieren eines Fotos entstanden ist.
"Klassische" Reproduktionen haben immer einen geringeren Tonwertumfang
als das Original und die Lichtzonen sind meist vergraut. Wenn sich ein Urheber
dazu entschließt, eine eigene Fotografie, deren Originalnegativ durch Verlust
oder andere Umstände nicht mehr zur Verfügung steht, zu reproduzieren, wird
von einer "autorisierten Reproduktion" gesprochen. Es ist aber zu
beachten, daß einige Fotografen ihre Arbeiten selbst abfotografieren und dann
abziehen, weil sie dies als einen Aspekt des künstlerischen
Entstehungsprozesses thematisieren wollen - solche Fotos bzw. Fotokonzepte müssen
natürlich als Originale
akzeptiert werden. Mittels hochwertiger digitaler
Bildbearbeitung und Ausbelichtung sind heutzutage tonal identische
Reproduktionen auf Fotopapier herstellbar.
Signatur / Stempel
Die eigenhändige Signatur des Fotografen findet sich vorder- oder rückseitig
einer Fotografie, gegebenenfalls mit weiteren Angaben [Titel, Datierung,
Numerierung etc.]. Schreibmittel und Duktus der Schrift zeigen dem Experten die
Echtheit einer Fotografie an, die sich mitunter auch anhand von Spezialwerken über
Signatursammlungen überprüfen läßt. Stempel [des Fotografen, eines Archivs
oder eines Verlags] finden sich rückseitig. Für den Sachverständigen zählen
zur Echtheit des Stempels Druckfarbe, Genauigkeit und typische, schwer
nachahmbare Unzulänglichkeiten, die sich aus dem Vergleich mit gesicherten
Stempelabdrucken ergeben. Vorsicht ist bei verwischten oder schwer lesbaren
Stempeln geboten.
Silbergelatine
Lichtempfindliche Silbersalze bzw. -kristalle sind die grundlegenden
Bestandteile für die Entstehung des fotografischen Bildes. In Gelatine
eingebettet liegen sie in mehreren Lagen in der Schicht [Emulsion] auf dem
Fotopapier. Durch Belichtung entsteht ein latentes Bild [fotografischer Primärprozeß].
Bei der darauf folgenden Entwicklung werden die Silberpartikel als Korn bzw. als
Schwärzung sichtbar und ergeben in ihrer Gesamtheit das fotografische Motiv.
Das Fixierbad entfernt den unbelichteten Anteil. Die Haltbarkeit eines
Silbergelatinefilms oder -abzugs hängt vom Restgehalt des Thiosulfats
[Fixierbad] in der Schicht nach der Wässerung ab.
Späterer Abzug
Dieser Begriff verweist darauf, daß ein Abzug geraume Zeit nach Entstehung der
Aufnahme [bzw. des Negativs] und nach den Erstabzügen [Vintage Prints]
angefertigt wurde. Es handelt sich gleichwohl um Originalfotos, da sie zu
Lebzeiten des Künstlers von diesem selbst oder in seinem Auftrag nach den
Originalnegativen entstanden sind. Da das Negativ den Urheber meist überlebt, müßten
bzw. sollten die Abzüge nach dem Tod des Fotografen entsprechend bezeichnet
werden [ Reprint].
Spätere Abzüge sollten mit dem Jahr der Herstellung versehen werden sowie mit
Auflagennummer, Titel und Name des Urhebers. Siehe auch: Modern
Print; englisch: "printed later".
Vintage
[Englisch für: Weinlese, Jahrgang; vintage wine: Qualitätswein]
"Vintages oder Vintage Prints sind Abzüge, die unmittelbar nach Entstehung
der Negative vom Künstler selbst oder unter seiner Aufsicht hergestellt und von
ihm selbst signiert, datiert, gestempelt, geprägt [Prägestempel] oder
archiviert [Archivnummer] worden sind, gleich in welchen Formaten und auf
welchem Trägermaterial. Vintage Prints können auch von Personen, die vom Künstler
hierzu autorisiert wurden, gestempelt, archiviert oder geprägt werden." -
So lautet die Definition des Arbeitskreises Deutscher Kunsthandelsverbände.
Differenzen bestehen hinsichtlich der Frage, welcher Zeitraum mit
"unmittelbar" gemeint ist. Damit kann "direkt nach der
Aufnahme" bis zu zehn Jahren nach deren Entstehen gemeint sein. Im
Kunsthandel genießen Vintage Prints den höchsten Sammelwert. Bei der
Bestimmung eines Vintage Prints gewinnt die Frage bzw. der Nachweis der
Provenienz zunehmende Bedeutung. Sofern aufgrund dieser Provenienz die
Entstehung des Abzugs zum Zeitpunkt der Aufnahme nachweisbar ist, werden unter
dem Begriff Vintage auch alle Abzüge verstanden, die nicht signiert, gestempelt
oder anderweitig vom Urheber gekennzeichnet worden sind.
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